(29.06.2026)
Der Dresdner Stadtrat hat am 26. Juni mit deutlicher Mehrheit (55:12 Stimmen) die Stellplatzsatzung geändert: Die Vorgabe im Wohnungsbau sinkt von einem auf 0,8 Stellplätze je Wohnung. Für kleine Einzelhandels- und Gastronomieflächen unter 200 Quadratmetern entfällt die Stellplatzpflicht vollständig.
Gut für Bauherren, gut für Käufer und Mieter
Das Ergebnis: Bei einem mittleren Bauvorhaben können die Erstellungskosten je Wohnung um 8.000 bis 10.000 Euro sinken. Für die Stadtgestalter sowie alle Projektentwickler ist das eine gute Nachricht. „Wer künftig kauft oder mietet, zahlt keine Tiefgaragenstellplätze mehr, die er nicht braucht“, sagt Jörg Wimmer, Vorsitzender der Stadtgestalter Dresden. Und Wimmer begrüßt die höhere Flexibilität: „Nicht jeder braucht einen PKW-Stellplatz. Aber jeder, der einen will, kann einen bekommen“, erklärt er weiter. Insgesamt ist das ein Baustein für leichteres Bauen.
Von der Praxis in den Stadtrat
Der Impuls kam von den Stadtgestaltern selbst. Sie hatten im Austausch mit Fraktionen und Verwaltung immer wieder auf ein konkretes Problem hingewiesen: Im urbanen Innenstadtbereich werden Stellplätze schlicht nicht in dem Maß nachgefragt, das die Satzung bisher vorschrieb. Gebaut wurden sie trotzdem und die Kosten landeten in den Kauf- und Mietpreisen. Die Fraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP/Freie Bürger und BSW griffen die Anregungen in einem interfraktionellen Antrag auf. Dass dieser eine so deutliche Mehrheit fand, ist auch ein Signal: Dresdner Wohnungsbau braucht praxistaugliche Rahmenbedingungen – und Politik und Verwaltung sind bereit, daran zu arbeiten.
Pressetermin mit Resonanz
Am Tag der Abstimmung luden die Stadtgestalter Dresden Medienvertreter ins Haus an der Kreuzkirche. Jörg Wimmer und Jochen Lagerein (Vorsitzende Stadtgestalter), BSW-Fraktionschef Ralf Böhme, Grünen-Stadträtin Susanne Krause und Baubürgermeister Stephan Kühn erläuterten gemeinsam Hintergründe und nächste Schritte. DNN, SZ und Dresdner Morgenpost berichteten noch am selben Tag ausführlich.
Neue Satzung noch in diesem Jahr
Der Beschluss ist erst der Anfang. Die Landeshauptstadt ist jetzt beauftragt, eine vollständig überarbeitete Stellplatzsatzung zu erarbeiten – einfacher, klarer, praxistauglicher. Ziel ist die Verabschiedung noch im Jahr 2026, unter Berücksichtigung von Erfahrungen anderer deutscher Großstädte. Dresden braucht bis 2035 rund 22.000 neue Wohnungen. 3.000 genehmigte Projekte liegen heute noch in der Schublade. Die geänderte Satzung ist ein Baustein, um das zu ändern.

